Das Lied dieser Woche: Humble
humble yourself in the arms of the wild
you will gona lay down low
humble yourself in the arms of the wild
you gonna ask her what she knows
we will lift eachother up
higher an higher
Pressetext für Sächsische Zeitung:Internationale Kunstwoche (nicht veröffentlicht) Unter dem Thema "Struktur: Natürlich künstlich" treffen sich noch bis zum Samstag Künstler aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und den USA in der Kulturfabrik Mittelherwigsdorf. Jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Malerei, Tanz, Musik, Text und Bildhauerei gestaltet zwei Stunden zum Thema aus dem eigenen Fach von der Performance bis zum Workshop. Die Kunstwoche ist gefüllt mit praktischen Übungen und Aktionen, in denen sich die einzelnen Künstler und Künstlerinnen darstellen und somit einen Austausch ermöglichen. Verbindendes Element ist die Improvisation. So berichtete Nicole Sumner beispielsweise von Ihrer Arbeit mit Kindern und Lehrern in San Francisco. Sie verbindet Musik, Gesang, Improvisation und Interaktion, um neue, kreative Handlungs- und Denkmöglichkeiten zu eröffnen. Am Samstag findet vor und nach dem Film "Being John Malcowich" das abschließende Fest der Kunstwoche mit Ausstellung, Performance und Aktionen statt.
Pressetext für die SODA (Nachfolgerin der Südost)
Zweite internationale Kunstwoche in der Kulturfabrik:
Struktur - natürlich künstlich
Das Thema "natürlich künstlich" ist natürlich künstlich, eine gesetzte Vereinfachung, die zum Widerstand reizt. Der Streit um die Grenze bzw. den Gegensatz zwischen Natur (das was ohne menschliche Einwirkung besteht) und Kultur (als das vom Menschen gemachte) ist fast genauso alt wie die grundsätzliche Frage, ob diese Polarisierung sinnvoll ist. Deutlich erfahrbar wurde dieser Gegensatz zum Beispiel bei einem Ausflug in den Mittelherwigsdorfer Steinbruch.. Eingegrenzt wurde das Thema durch den Untertitel "Struktur"; und darum ging es in den vereinbarten Zweistundenbeiträgen der TeilnehmerInnen aus den USA, der Schweiz, Österreich und Deutschland und aus den Kunstsparten Malerei, Tanz, Musik, Text und Bildhauerei.
Struktur zeichnet sich aus durch Wiederholung, nur dadurch wird sie Struktur. Ein Sandkorn ist leicht zu übersehen, nur durch die Wiederholung entsteht die Körnung (oder der Strand). Die Wiederholung muss nicht exakt sein, Ähnlichkeit reicht. Interessant gerade für die Kunst sind rhizomartige Strukturen: unregelmäßig, aber dennoch Struktur. Die Rhizome (botanischer Begriff für "Pfahlwurzel") wurden durch den französischen Strukturalismus berühmt (Gilles Deleuze, Felix Guttari : "Rhizom"). Rhizome weisen auf Vielheiten und Verkettungen hin, verbinden und vernetzen, statt einzuteilen, zu strukturieren und aufzugliedern. Die Liebe des rhizomatischem Denkens gilt der unendlichen Vielfalt und so bleibt selbst innerhalb einer Struktur Platz für künstlerische Freiheit.
Strukturen aufzubauen, zu erkennen, darzustellen und wieder aufzulösen, sind grundlegende Gestaltungsmerkmale der Kunst. Eine der zwingendsten Strukturen, der wir unterliegen, ist die Zeit. Gerade Live-Sparten wie Musik oder Tanz gründen auf der Zeitdimension. Ein Beitrag behandelte die im Lauf der Geschichte subjektiv immer schneller vergehende Zeit. Deutlich wird es z.B. daran, dass 1800 nur 10 Prozent der Amerikaner eine Uhr besaßen, damals noch ohne Minutenzeiger!
Um die Isolierung und Nachempfindung elementarer innerer Strukturen ging es Susanne Hildebrandt aus Berlin: Das gezielte Nicht-Tun, das Anschmiegen, das dem Boden nahe sein und das sich Abstoßen vom Boden, das sich einem Widerstand oder Gegenstand entgegensetzen, ihn von sich wegdrücken sind Grundelemente des Tanzes. Ganz schnell tauchen aber beim Tanzen auch Erinnerungen an das eigene Sich-in-die-Welt-tasten als Kind auf: strukturelle Ähnlichkeiten.
Verbindendes Element der Beiträge war die Improvisation. So berichtete Nicole Sumner beispielsweise von Ihrer Arbeit mit Kindern und Lehrern in San Francisco. Sie verbindet Musik, Gesang, Improvisation und Interaktion, um neue, kreative Handlungs- und Denkmöglichkeiten zu eröffnen, um kulturelle Aspekte auch in die traditionellen Grundfächer (Lesen & Schreiben, Mathematik) einzubringen.
Inspirierend auch der Begriff "Soziale Plastik" von Josef Beuys, mit dem sich sogar das soziale Beziehungfeld der Kunstwochenteilnehmer untereinander in den Bereich künstlerischer Gestaltung holen läßt. So gab es täglich neu zu besetzende Rollen wie z.B. die Uhr. Übernimmt man diesen Job, so muss man rechtzeitig vor Terminen und jeweils zur vollen Stunde ein gestaltetes Signal geben.
Abschluss war die Präsentation eines erarbeiteten Zyklus, der sich vom einfachen zum komplexen aufbaute, mit Tänzern, Malern, Textern und Musikern, die sich alle an die gleiche Struktur hielten, jeder in seinem Medium.
Ein Ergebnis dieser zweiten Kunstwoche war auf jeden Fall: Es wird sie öfter geben: zweimal im Jahr und möglicherwiese auch abwechselnd an anderen Orten. Wen die genaue Dokumentation interessiert: www.kulturfabrik-meda.de.