JETZT!
Ausstellung in der Kulturfabrik
Gäste:
JETZT >>> Jean Tinguely:
Es bewegt sich alles.
Stillstand gibt es nicht.
Lasst es sein, Kathedralen und Pyramiden zu bauen, die zerbröckeln wie Zuckerwerk.
Atmet tief, lebt im JETZT, lebt auf und in der Zeit.
Wende Dein Gesicht der Sonne zu,
und die Schatten fallen JETZT hinter Dich.

Alexandra
Seel, Rolf Monitor: Jetzt und in Ewigkeit
JETZT >>> Momo (Michael Ende)
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so:
Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich
lang; das kann man niemals schaffen, denkt man." Er blickte eine Weile
schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: "Und dann fängt man an, sich
zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht
man, daß es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt
sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluß ist man ganz
außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem.
So darf man es nicht machen." Er dachte einige Zeit nach: Dann sprach er
weiter: "Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst
du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an
den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es
Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: "Auf einmal merkt
man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht
gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste." Er nickte vor sich hin und
sagte abschließend: "Das ist wichtig."
Michael Herbig
Sebastian Peter
Karl Schleich: Schaufeln, Atmen, Wasser aufnehmen

Alexandra Seel:
Lichtsäule
Rolf Monitor: Das Verschwinden der Zeit