Fabrikrundbrief vom SOMMER (juchu!!!!) 98

Pfingsten: Die erste Gemeinschaftszeit hat angefangen - in Mittelherwigsdorf! Ist das nicht der absolute Wahnsinn?Wir sind derzeit 21 Leute, essen an einer großen Tafel imGarten, liegen in der Sonne, reisen durch die Gegend, arbeiten und haben eine gute Zeit.

Beim Frühstück im Garten habe ich manchmal so einem Moment,in dem ich denke, whow, ich lebe in einer Gemeinschaft, endlich!Das war meine Vision mit 17 Jahren. Und nach einigen Umwegen überWGs, Kleinfamilie und kurzes Alleinwohnen bin ich endlich an demPunkt angekommen, wo es richtig losgehen kann.

Aber wieder zur Fabrik. Was bisher geschah:

Als Abschluß einer langen Reihe von Gesprächen mit allen (etwasanstrengend, die vielen Termine) schloß der neu formierte Baurat (Thomas&Thomas, Rolf, Gregor) seine Beratungen ab: In einem Bauforum, in dem der Baurat, adrett gekleidet, mit Rednerpult und Wasserglas (russisches) die Ergebnisse der Diskussion zur Abstimmung vorschlug.

Vorher hab es noch einen interessanten Besuch in Pommritz, wo uns Dieter und Heide gut empfangen haben und uns das Gelände und Häuserzeigten, und eine Besichtigung von Plochis (unser Heizungsfachmann) Heizungskessel-Installationen.

Wir werden einen Holzgebläsekessel und einen Brennwertkessel(Ölheizung) anschaffen. Wenn das Geld reicht, ein kleines System, daß auch Strom und Wärme liefert. Mit den Raumheizungen wollenwir experimentieren und verschiedene Heizmöglichkeiten (verschiedene Wandheizungen, normale Heizkörper) ausprobieren.

Der Boden wird neu gedielt (am 3.6. geht es los), die Wände werden aus Gipsfaserplatten und Lehm aufgebaut. Nun, am 10.6. liegen schon die ersten Dielen auf der Lattung.

Die Planung der Pflanzenkläranlage schreitet voran.

Alexandra plant, die Fabrikfassade mit Keramik-Akzenten zu verschönern,die dem inneren Leben des Hauses nach außen Ausdruck verleihen wollen:™ffnungen.

Zur Baufinanzierung werden wir Freunde anprechen, die uns längerfristigezinslose oder zinsgünstige Darlehen geben.

Am Mittwoch vor Pfingsten gab es eine konzentrierte Arbeitsaktion, in der die beiden Thomasse, Timo, Gregor und ich den Kamin bis zur 2. Etage abgerissen und den Schutt über ein Schüttrohr in Container entsorgt haben. Kurzfristig wurden andere Programmpunkte abgesagt und diese Aktion abzuschließen. Mit etwas Verspätung haben wir es geschafft. Abends gab es dann als šberraschung eine Massage von den Frauen.

Donnerstag wurde das Gartenhaus gestaltet und durch eine gemeinsame šbernachtung der Fabrikfamilie eingeweiht.

Freitag reisten die ersten Gäste an. Für sie und uns eine Einführungvon Astrid, ich habe ein kleines musikalisches Event gestaltet, zurRhythmus- und Stimmerfahrung. Dann gab es noch etwas Disco.

Samstag wurde Alexandras Ausstellung "Öffnungen" in Einsiedel eröffnet. Ein schönes Event. An hat einen Text gelesen, ein Freund deranderen Künstlerin und ich haben Musik gemacht: Klavier und Digeridoo, frei improvisiert, spontane Verständigung. Abends gab es Theaterforum mit Regina.

Sonntag sind viele in aller Herrgottsfrühe, um 3 Uhr, aufgebrochen,um auf einem Berg in der Nähe (der Lausche) die Sonne zu begrüßen.

Als ich gegen 8 Uhr dann mit Lina aufstand, lagen alle schon wiederim Bett...

Nachmittags konnten wir eine schöne Massage genießen, mit Empfang,Fußwaschung, Fuß- und Kopfmassage. Abends war Fete: Die Halle warschön eingerichtet, das Tor nach draußen war auf. Das Zusammensein und Tanzen war von Leichtigkeit und inneren Freude getragen, kurz:vom sich wohlfühlen.

Montag gabs dann ein Abschlußforum mit vielen schönen Statements.

Das beste daran: Einige waren nicht nur zu Besuch, sondern habensich die Fabrik unter dem Aspekt längerfristigen Bleibens angesehen.

Wir wünschen uns jedenfalls, daß wir weiterhin anziehend bleibenund daß der ein oder andere seine Gedanken, in der Fabrik wohnhaft zu werden, mit Geduld reifen läßt. Und, wenn es dann an der Zeit ist, auch verwirklicht! Jubel!

Auf Thomas&Thomas Vorschlag gab's dann noch ein Fundraising und:Wir haben tatsächlich Alexandras "Große Frau" (im Volksmund auch"Blaue Frau" genannt und den "Schatten der großen Frau" erstanden.

Abends dann Essen im Stamm-Restaurant von Mittelherwigsdorf.

Danach infiziert dann ein neues Spiel uns und die Gäste: Free Chess (Kurse dazu bei Alexandra).

Am Dienstag wurde es dann schon ruhiger, einige blieben noch.

Neuer Besuch ist schon auf der Reise (Dietrich & Magdalena,Dolores & Emile). Jedenfalls Dank an das Pfingst-Team (Astrid, Simone und Veronika) für die schöne Zeit.

Im extra umgestalteten Gartenhaus fand das erste Serail statt, mit Fußwaschung, Musik, Früchten, Wein, Düften und Vorlesen.

Und weiter gehts: In der zweiten Junihälfte nimmt sich die Fabrikfamilie eine von Veronika, Thomas V. und Gregor vor-bereitete "Extrazeit": Jedem von uns wird ein Tag gewidmet. Ich bin schon gespannt und habe Fotos und "Dokumente" aus meiner Frühzeit gesammelt.

Nach der Jahresgruppe Anfang Juli wird es lauter werden in der Fabrik: Zwischen 8.7. bis 16.7. treffen sich die Musiker! Es wird sicher das ein oder andere Konzert/Session geben.

Am 14.7. ist Fete (nein, nicht wegen dem französischen Nationalfeiertag: meine Geburtstagsfete). Alle, die kommen, bitte Instrumente, Percussion oder die eigene Stimme mitbringen.

So, das wars zur Gemeinschaftszeit. Auf bald!

 

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