Als Beispiel für eine Auseinandersetzung mit einem Thema hier der
Wohnzimmerabend zum Thema "Arbeit in der Fabrik" am 21.1.01
Wir treffen uns jeweils montags, um Themen zu besprechen, die die Gemeinschaft interessieren, aber sie müssen sich nicht mit der Gemeinschaft beschäftigen (z.B. Tierhaltung, Reiseerzählungen, Bericht von der IWF-Tagung in Prag etc.)
Diesmal: Eine Reihe von Arbeiten sind nötig, damit Gemeinschaft funktioniert.
Wie wird diese Arbeit einigermaßen gerecht verteilt?
Eine Möglichkeit wäre:
alle notwendige Arbeit listen, Stunden summieren, durch Zahl der Leute teilen, Ergebnisse wäre das Stundenpensum für jeden
Wegen der Praktikabilität macht er den alternativen Vorschlag: Modellbereiche Kochen und Holz machen
(Essen und Wärme sind elementare Bereiche)
Heute müssten wir also erledigen
1. Bereich zum Test raussuchen
2. Stunden aushandeln, die dazu notwendig
3. wieviel Stunden sind das für jeden einzelnen und wie werden sie erfasst
4. was passiert, wenn einzelne die Std nicht schaffen
Beispielbereich Holz:
50 Festmeter Holz, je Festmeter 8 Std, also 400 Std/Jahr, wären 40 Std/Jahr je Gemeinschaftsmitglied
Beispielbereich Kochen (ausgehend von fünf Tage je Woche kochen):
zwei Std/je Tag, 520 Std/Jahre, 52 Std/Jahr und Gemeinschaftsmitglied
Wie kann ich eine Kompatibilität schaffen zwischen Arbeit und Geld?
Jemand, der seine Stunden nicht schafft, weil er z.B. "draußen" arbeitet, zahlt 20/DM je Std. in die Kasse
derjenige, der die Stunden übernimmt, bekommt dann 20 DM/Std. Alternativ kann man aus dem Topf auch einen Außenstehenden bezahlen.
Frage: Motiviert eine solche Regelung zur (Mehr-)arbeit?
Sonder- und weitere Einfälle:
- Was passiert mit Leuten wie Thomas, der abends fast immer im Jolesch arbeitet, der will seinen Anteil reduzieren
- Rolf kocht weniger gern
für viele Leute, kann aber möglicherweise seine Tätigkeiten (Computer der Mitbewohner pflegen,
Elektroinstallationen) gegen "Koch"-Stunden verrechnen
- Stellt man Eltern, die Kinder versorgen müssen, teilweise von dieser Arbeitszeit frei?
- Wenn Thomas Essen aus dem Jolesch mitbringt, kann er sich Stunden aufschreiben?
- Barbara mit ihren Rückproblemen wird statt Holz zu machen kochen.
- Alle Bereiche fördern, die ökologisch sinnvoll sind bzw. der Gemeinschaft Geld sparen (Glühlampen austauschen gegen Energiesparlampen, Brauchwassereinsatz)