Song Sung Blue
USA 25, R: Craig Brewer, FSK: 12, 133 min
Nominiert für den OSCAR als Beste Hauptdarstellerin (Kate Hudson)
Kneipe mit kleinem Speisenangebot ab 18 Uhr
Als Mike Sardina (Hugh Jackman) die Sängerin Claire Stengl (Kate Hudson) zum ersten Mal auf der Bühne sieht, ist es sofort um ihn geschehen. Mike, ein Vietnam-Veteran und trockener Alkoholiker, jobbt als Mechaniker – doch sein Herz schlägt für die Musik, die er abends auf kleinen Bühnen spielt. In Claire erkennt er dieselbe Begeisterung. Schnell entsteht zwischen den beiden eine tiefe Verbundenheit. Sie gründen die Neil-Diamond-Tribute-Band „Lightning & Thunder“ – es ist der Beginn einer unvergesslichen Liebesgeschichte, die weit über die gemeinsame Leidenschaft zur Musik hinausgeht.
„Hugh Jackman und Kate Hudson brillieren als musikalisches Leinwand-Duo, das man so sehr ins Herz schließt, dass man (fast) genauso gerne auch mit ihnen mitleidet.“ (filmstarts.de)
Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt Regisseur und Drehbuchautor Craig Brewer ein mitreißendes Epos über die innige und kreative Verbindung eines Musikers und einer Musikerin, die zeigen, dass es keine Rolle spielt, wann im Leben man sich findet – Hauptsache, Herz und Musik schlagen im gleichen Takt.
Der Film läuft auch am Mi 01.04. | 19:30 Uhr im Kronenkino in Zittau.
Pressestimmen zum Film
Song Sung Blue – Wohlfühlen und Mitheulen
Von Oliver Kube/ filmstarts.de
Dass Hugh Jackman ein exzellenter Sänger ist, hat der Australier nicht nur in Filmen wie „The Greatest Showman“ oder „Les Misérables“ bewiesen, sondern auch auf ganz realen Musical-Bühnen in aller Welt. Wie variabel seine Stimme wirklich ist, zeigt er jetzt auch in „Song Sung Blue“. In der auf einer wahren Story basierenden Tragikomödie von „Hustle & Flow“-Regisseur Craig Brewer verkörpert der „X-Men“-Star einen Neil-Diamond-Imitator, der es mit seinen Tribute-Auftritten immerhin zu lokaler Prominenz bringt.
Jackman schafft es dabei, sehr nah an die Stimmfarbe und Phrasierung des „Sweet Caroline“-Crooners heranzukommen. Auch in Bezug auf sein Äußeres –von der Frisur bis zu den Koteletten! – nähert er sich dem Vorbild erstaunlich an. Aber angesichts der anhaltenden Musiker-Biopic-Schwemme ist das zum Glück gar nicht der Fokus, sondern eher beeindruckendes Beiwerk in einem Film, der uns vor allem mit einer schmerzhaft-schönen Liebesgeschichte immer wieder zu Tränen rührt.
Milwaukee, Ende der 1980er: Der Vietnamkriegs-Veteran Mike Sardinas (Hugh Jackman) verdient sein Geld zwar als Aushilfs-Automechaniker, aber seine wahre Leidenschaft gilt der Bühne. Weil er selbst keine Lieder schreibt, singt er bei lokalen Tribute-Shows die Songs seiner Helden wie Elvis Presley oder Don Ho. An einem dieser Abende trifft er die ebenfalls musikverrückte Friseuse Claire Stengl (Kate Hudson), die als Imitatorin der Country-Sängerin Patsy Cline unterwegs ist. Mike und die alleinstehende Mutter zweier Kinder freunden sich an und beschließen, ein gemeinsames Projekt aufzuziehen.
Als Lightning & Thunder präsentieren sie ihre persönlichen Interpretationen der Hits von 1970er-Superstar Neil Diamond. Das Duo und ihre Band sind so gut, dass sie zu regionalen Kultstars avancieren. Auch privat harmonieren sie bestens – sie verlieben sich, ziehen zusammen und heiraten. Doch dann wird Claire eines Tages im Garten ihres Hauses von einem außer Kontrolle geratenen Auto erfasst und das eben noch so strahlende Dasein des Paares driftet ins Düstere ab…
Die Stars machen den Unterschied
Hugh Jackman gelingt es bereits während der Eröffnungsszene bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker, mit Charme und Selbstironie viel Sympathie für seine Figur zu erwecken. Als er dann auch noch zu singen beginnt, hat das Publikum diesen Mike endgültig ins Herz geschlossen – mit so viel Wärme und Herz intoniert Jackman den Titelsong des Films. Überhaupt ist „Song Sung Blue“ in der ersten Stunde seiner Laufzeit ein klarer Kandidat auf den Titel „Wohlfühlfilm des Jahres“. Doch dann folgt die zweite Hälfte, die speziell allen Kinogänger*innen zu empfehlen ist, die mal wieder so richtig ihre Tränenkanäle durchspülen wollen. Aber keine Angst: Auch wenn sich längst nicht alles in Wohlgefallen auflöst, endet der Film auf einer verdient-positiven Note.
Die Story besteht zwar vor allem aus anekdotischen Szenen aus dem gemeinsamen Leben von Mike und Claire, aber dafür entwickelt „Song Sung Blue“ einen erstaunlich guten Fluss. Trotz der vielen musikalischen Einlagen droht der Film nie zu einer Leinwand-Revue zu verkommen. Dabei sind es in erster Linie die Darsteller*innen, die den Film zusammenhalten – allen voran die beiden großen Namen auf dem Poster: Ja, die Stars überziehen es mit Mimik und Gestik gelegentlich etwas, ohne dabei jedoch jemals in Nicolas-Cage- oder Al-Pacino-Gefilde abzudriften. Das Dick-Auftragen passt hier auch, schließlich spielen die beiden Performer*innen, deren wichtigste Momente oft im Scheinwerferlicht stattfinden. Die zugleich sexy, aber auch kameradschaftlich wirkende Chemie zwischen Hugh Jackman und Kate Hudson („Almost Famous“) lässt uns Mike und Claire von Anfang an die Daumen drücken – und bis zum Ende mit ihnen bangen.
Schon während der ersten gemeinsamen Jam-Session in Claires mickriger Wohnung springt der kreative und bald auch der romantische Funke zu den gemeinsamen geschmetterten Klängen von „Play Me“ glaubhaft über. Hudson verkörpert dabei die vielleicht sogar noch anspruchsvollere, weil vielschichtigere Rolle. Unterstützung erhalten die Stars von einem wunderbaren Ensemble: Vor allem die beiden Jungschauspielerinnen Ella Anderson und King Princess, die Claires beziehungsweise Mikes Töchter aus vorherigen, unglücklichen Ehen verkörpern, stechen dabei in dramatisch herausfordernden Parts hervor. Für einen Großteil des Humors zuständig sind dagegen die Hollywood-Veteranen James Belushi („Mein Partner mit der kalten Schnauze“), Fisher Stevens („Hackers“), Mustafa Shakir („Emancipation“) und Michael Imperioli („Die Sopranos“) – eine Aufgabe, die das Quartett routiniert und doch mit offensichtlicher Freude an der Sache erledigt.
Es ist ein Riesenspaß, Jackman seine „Neil-Moves“ in Unterhosen üben zu sehen oder die Band mit ihren „Schnulzensongs“ in einer an „The Blues Brothers“ erinnernden Szene in einer beinharten Bikerbar zu erleben. Auch der Moment, wenn sich aus dem Nichts ein gewisser Eddie Vedder (John Beckwith) bei ihnen meldet und sich als Fan outet, ist sehr witzig. Schließlich muss Claires völlig aus dem Häuschen geratene Tochter den ahnungslosen Mike erst darüber aufklären, dass es sich bei dem Anrufer um den Frontmann von Pearl Jam handelt, der ausgerechnet sie als seine Vorband in der lokalen Arena verpflichten möchte.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Ebenso stark hauen dann aber auch die traurigen Segmente ins Kontor. Fast glaubt man, die Sardinas-Familie könnte vielleicht verflucht sein oder das Drehbuch würde einfach stark übertreiben. Doch alles, was hier zu sehen ist, ist den realen Menschen hinter der Story tatsächlich so widerfahren – und wenn man das weiß, statt auf ein übertriebenes Skript zu schimpfen, funktioniert der mit seinen Emotionen nicht hinter dem Berg haltende Film sogar noch besser. Leider ist die gleichnamige Dokumentation von 2008, die dem Spielfilm als Inspiration diente, aktuell nirgends zu haben. Aber das könnte der Kinostart von „Song Sung Blue“ ja vielleicht ändern – ebenso wie die Wertschätzung des Genies von Neil Diamond, der, wie Mike wiederholt betont, auf keinen Fall allein auf die mittlerweile primär von Sportveranstaltungen bekannte Mitgröl-Hymne „Sweet Caroline“ reduziert werden sollte.
Fazit: Ein Wohlfühlfilm mit Mitheul-Garantie – Hugh Jackman und Kate Hudson brillieren als musikalisches Leinwand-Duo, das man so sehr ins Herz schließt, dass man (fast) genauso gerne auch mit ihnen mitleidet.