Kino

Vier minus drei

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A/D 25, R: Adrian Goiginger, FSK: 12, 121 min
Mit Valerie Pachner, Robert Stadlober, Ronald Zehrfeld u.a.

Kneipe mit kleinem Speisenangebot ab 18 Uhr
Achtung: Aufgrund der Brückenbaustelle eingeschränkte Parkplätze vor dem Haus.

Barbara (Valerie Pachner) und ihr Partner Heli (Robert Stadlober) führen mit ihren beiden Kindern Fini und Thimo ein glückliches und liebevolles Familienleben. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben nicht zu ernst und wissen, dass man auch über das lachen kann, was misslingt. Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Unfall ihre Familie verliert, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Verlust lässt sie am Clownsein und dem eigenen Lebenssinn zweifeln. Doch Barbara stellt sich ihrem Schicksal. Mutig und unkonventionell findet sie ihren Weg, mit der Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.

Mit ihrer gleichnamigen Autobiografie landete Barbara Pachl-Eberhart 2010 einen Bestseller: Eindringlich und mit viel Stärke beschreibt sie darin, wie es ihr nach dem tragischen Tod ihrer Familie gelang, sich dem Leben neu zu stellen. Nun hat der für seine sehr persönlichen Filmarbeiten gefeierte Regisseur Adrian Goiginger diese bewegende Lebensgeschichte verfilmt. Sensibel und mit feinem Gespür für seine Charaktere, inszeniert er in VIER MINUS DREI die lebendige, hoffnungsvolle Geschichte einer Frau, die nicht aufgibt.

Eintritt: 8 € / erm. 6 €

Achtung: Aufgrund der Brückenbaustelle sind die Parkplätze direkt vor dem Haus begrenzt. Ausweichparkplätze stehen entlang der Bahnhofsstraße zur Verfügung

Der Film läuft auch am Mi 25.11. | 19:30 Uhr im Kronenkino in Zittau.

Pressestimmen zum Film

Vier minus drei

Von Knut Elstermann / radioeeins.de

Es war sicher der bewegendste Film dieser Berlinale und ich gebe zu, dass ich mit bangem Herzen in die Vorführung gegangen bin. In dieser wahren Geschichte, nach dem autobiografischen Roman von Barbara Pachl-Eberhart, geschieht das wohl Schlimmste, was einem Menschen widerfahren kann. Barbara und Heli (Valerie Pachner und Robert Stadlober) haben zwei kleine Kinder, sie sind glücklich und erfüllt in ihrem Beruf als professionelle Clowns, wovon sehr berührend in Rückblenden erzählt wird. Ein Unfall zerstört alles.

Die zurückbleibende Barbara kämpft sich in ihr Leben zurück, gegen die Ratlosigkeit und das Unverständnis der Umwelt. Valerie Pachner macht mit ihrem wunderbaren Spiel, in Verzweiflung, Wut und Trauer, immer verständlich, dass es eben die Liebe zu den Verlorenen ist, die ihr einen Weg in ein Leben ohne sie eröffnet. Darum sollte man unbedingt, auch mit bangem Herzen wie ich, in diesen Film von Adrian Goiginger gehen, denn er feiert das Leben und die Kraft der Erinnerung.


„Vier minus drei“: Trauerdrama mit leuchtend roter Clownsnase

Das Drama „Vier minus drei“ von Adrian Goiginger zeigt, wie Humor und ein unkonventioneller Blick auf das Leben helfen können, selbst den härtesten Schicksalsschlag zu überstehen.

Von Walli Müller / ndr.de

Es gibt Schicksalsschläge, von denen ein Mensch sich nur schwer erholen kann. Barbara Pachl-Eberhart hat 2008 bei einem Verkehrsunfall auf einen Schlag ihren Mann und ihre zwei kleinen Kinder verloren. Ein absoluter Alptraum – der einer Frau passierte, die beruflich als Clownin für den heiteren Blick auf die Schikanen des Lebens zuständig war. Tatsächlich schrieb sie zwei Jahre später über ihren Verlust und ihre Trauer ein hoffnungsvolles Buch, das nun verfilmt worden ist.

Ein einziger Morgen, der alles verändert

Am Morgen sitzt die Familie noch fröhlich am Frühstückstisch. Dass es das letzte Mal ist, kann Barbara natürlich nicht ahnen. Wie immer bringt ihr Mann Heli, von Beruf ebenfalls Clown, die Kinder zum Lachen. Als Barbara nachmittags von ihrem Job als Krankenhaus-Clownin nach Hause fährt, hört sie von einem Unfall am Bahnübergang – mit einem gelben Clown-Bus, wie Heli ihn fährt. Bald hat sie grausame Gewissheit: Ihr Mann ist tot, die Kinder Thimo und Fini liegen im Koma, werden aber nicht überleben.

„Vier minus drei“: Ein Trauerfilm ohne Kitsch

Man könnte bei diesem Thema mit Musik und Gefühlsausbrüchen so richtig auf die Tränendrüse drücken, aber genau das tut der österreichische Regisseur Adrian Goiginger nicht. Er ist ein Meister der zarten Zwischentöne; das hat er in Filmen wie „Die beste aller Welten“ oder „Der Fuchs“ bewiesen.

Die Tragik vermittelt sich in „Vier minus drei“ ja ohnehin. Also konzentriert er sich zusammen mit Drehbuchautor Senad Halilbašić auf die kleinen Lichttupfer im geschilderten Dunkel und baut in Rückblenden die schöne Liebesgeschichte von Barbara und Heli ein: Sie lernt ihn als Straßenclown kennen und die beiden werden ein Paar – meist glücklich durch den gemeinsam gewählten, unkonventionellen Lebensstil. Barbara findet ihre Erfüllung als Krankenhaus-Clownin „Heidi Appenzeller“, die kleine Patienten besucht und aufmuntert.

Buntes Clownsfest statt schwarzer Trauerfeier

Letztlich ist es die Sichtweise ihrer Kunstfigur, die Barbara auch den maximal krassen Schicksalsschlag verkraften lässt. Denn ein Clown, eine Clownin wird ja immerzu hineingeworfen in unzumutbare Situationen – und ist aufgefordert, sie positiv umzudeuten. In tiefster Trauer entwickelt sie einen unbändigen Überlebenswillen.

Ihr Umgang mit der Trauer und ihre eindrucksvolle innere Stärke sind das Tröstliche an diesem Film. Die Beerdigung ihrer Lieben macht Barbara zum bunten Clownsfest, an dem die Kollegen – zum Entsetzen von Helis Eltern – ihre Ukulelen auspacken.

Warum Leid nicht das ganze Leben übermalt

Heute arbeitet Barbara Pachl-Eberhart auch als Trauerbegleiterin: „Der Film transportiert für mich etwas, das ich auch aus den vielen Jahren seit dem Erscheinen meines Buches mitgenommen habe: Trauernde trinken Cola, Trauernde tragen Doc Martens, Trauernde machen sich Sorgen um ihre Frisur. Wir sind ganz normale Menschen – auch wenn das Schicksal uns eins über die Rübe haut. Darin liegt eine unglaublich große Chance, weil wir eben nicht den ganzen Tag dasitzen und trauern. Sondern Trauer ist ein Farbton inmitten all dem anderen, was uns das Leben zuspielt.“

„Vier minus drei“ ist ein außergewöhnlicher Film, auch weil die beiden Hauptdarsteller so großartig spielen. Robert Stadlober legt als Heli ganz wunderbare Clown-Nummern hin. Und Valerie Pachner gelingt glaubwürdig jede Nuance von Barbaras widerstreitenden Gefühlen. Ein ergreifendes Trauerdrama – aber mit leuchtend roter Clownsnase!